Blinden-Fürsorge-Verein Innerschweiz BFVI: Lange Suche nach einem Standort

Das «Luzernische Blinden-Altersheim» im neuen Glanz (1935).

Der Blinden-Fürsorge-Verein Innerschweiz BFVI wurde 1906 von Luzerner Bürgern und Politikern mithilfe der Baldeggerschwes­tern gegründet. Lange suchte der Verein nach einem geeigneten Grundstück für die Errichtung eines Blindenheims, ehe er 1919 die Liegenschaft des ehemaligen Handelsinstituts Merkur bei der Waldegg für 132’000 Franken erwerben und zwei Jahre später das Blindenheim und die Blindenwerkstätte Horw mit 22 Arbeitsplätzen eröffnen konnte. 1935 konnte der Verein auf demselben Gelände das «Luzernische Blinden-Altersheim» dem Betrieb übergeben.

Bazar für Cafeteria

Wie gross die Unterstützung aus der Horwer Bevölkerung für das Blindenheim war, zeigte sich 40 Jahre später, als ein erweiterter Neubau der Anlagen des Blinden-Fürsorge-Vereins Innerschweiz BFVI unumgänglich wurde. Der Frauen- und Mütterverein Horw führte zugunsten dieses Vorhabens einen grossen Bazar durch – mit dem Erlös konnte die gesamte Einrichtung der neuen Cafeteria finanziert werden!

Der Neubau des Blinden-Fürsorge-Vereins Innerschweiz nach der Eröffnung im Jahr 1976.

Beitrag zur Altersversorgung

Bis heute darf der BFVI mit seinen 155 Fachmitarbeitenden und rund 85 Mitarbeitenden in geschützten Arbeitsplätzen immer wieder auf die Unterstützung und das Wohlwollen der Horwer Bevölkerung zählen. Bei öffentlichen Bauten wird auf die Bedürfnisse der blinden und sehbehinderten Mitbewohnenden Rücksicht genommen. Zudem bestehen viele persönliche Verbindungen zum Pflegeheim und Wohnheim, leben doch momentan nicht weniger als 46 Einwohnerinnen und Einwohner aus Horw im Pflegeheim des BFVI. Damit leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Altersversorgung der Gemeinde. Bekannt ist der BFVI auch für die hochwertigen Besen, Bürsten und Korbwaren, die im Werkstattladen gekauft werden können. In der Montageabteilung werden unter anderem regelmässig die Abstimmungsunterlagen für die Gemeinde in die Couverts gesteckt.

Doris Amrhein, Direktorin BFVI

EXKURS ZUM MERKUR

«Eingangs des Ortes befindet sich das Handelsinstitut Merkur, in welchem za. 50 Jünglinge, vorwiegend italienischer Zunge, unter tüchtiger Leitung eine gründliche Vorbereitung für Sprachen, Handel und Verkehr erhalten, während dorfeinwärts der grosse Spielplatz des Instituts der Pflege eines gesunden Sportes genügend Raum bietet.»

Raphael Reinhard, 1912