Glücklose Glasproduktion

Bereits im frühen 19. Jahrhundert startete die Glasmacherfamilie Siegwart(h) einen ersten­ Versuch, in Ennethorw eine Glashütte zu errichten­. Der Versuch scheiterte aus baulichen Gründen, weshalb in der Folge die Glashütte in Hergiswil gegründet wurde. Im Jahr 1853 konnte Josef Siegwart von Flühli das Horwer Bürgerrecht erwerben.

Zweiter Anlauf

Die Glashütte in der Nähe des Bahnhofs Horw wurde 1903 von den Brüdern Georg und Robert Siegwart gebaut. Bereits ein Jahr später verkauften sie den Betrieb an die «AG Glashütte Horw» (mit französischen Anteilseignern). In Schichten wurde während zehn bis elf Stunden ununterbrochen gearbeitet, auch sonntags. So wurden weisse und grüne Flaschen sowie Glasbriketts hergestellt. Als eine der ersten Glashütten in Europa wurde in Horw eine Glasblasemaschine eingesetzt, was von der Konkurrenz heftig bekämpft und von den Arbeitern sabotiert wurde. Nach Auseinandersetzungen mit dem Verwaltungsrat und einer Bank erfolgte 1909 eine Zwangsliquidation. Aus der Konkursmasse heraus erwarben die beiden Gründer die Glashütte und führten sie als «Glashütte Horw, Comp. Siegwart» fort. Sie ersetzten die Kohlegasfeuerung durch flüssigen Brennstoff. Die Zusammenarbeit mit den Betreibern einer Glashütte in der Lombardei erwies sich als glücklos, und der Ausbruch des Ersten Weltkriegs belastete den Betrieb. Die Gesellschaft scheiterte schliesslich 1915. Im Jahr 1919 musste der Betrieb endgültig schliessen. 20 Arbeitslose waren auf die Unterstützung der Gemeinde angewiesen.

Die Glashütte Horw entstand 1903.
Die Glashütte Horw entstand 1903 und wurde in der Nähe des Bahnhofs gebaut.

Kaum Horwer Glas auf dem Seegrund

Ein Taucher entdeckte im Jahr 2012 ein Glastransportschiff, welches mit 15 Kisten Glas beladen war. Der Fundort in der Nähe von Horw nährte Gerüchte, dass es sich dabei um Glas aus der Horwer Glashütte handeln könnte. Robert Niederer von der Glasi Hergiswil ist überzeugt, dass das Glas von Hergiswil stammt. Einzelne Exemplare, die der Taucher an die Wasseroberfläche holte, fanden sich in alten Glasi-Katalogen und untermauerten Niederers Aussage.

Benno Zumoberhaus, Gemeindearchivar Horw