Kunst- und Kulturkommission: Facettenreiche Kultur – eine Investition in Menschen

Horwer Chöre gestalteten 2015 in Kastanienbaum ein gemeinsames, generationenübergreifendes Konzert zum Thema «Aufbrechen».

«Investitionen in Kultur sind weder Luxus noch Nächstenliebe. Ebenso wenig sind sie Geldverschwendung – sie sind Investitionen in Menschen.» Dieses Credo von Irina Bokova, ehemalige UNESCO-Generaldirektorin, hat auch in Horw seine Gültigkeit. Das Horwer Kulturleben zeigt sich in sehr vielfältigen Facetten, ist nahe bei den Menschen und im besten Sinne des Wortes «volksnah».

Pionierrolle im Kanton

Eine bedeutende Rolle bei der Kulturvermittlung in Horw kommt der Kunst- und Kulturkommission der Gemeinde Horw zu, die schon seit Jahren vielfältige Aktivitäten in allen Sparten der Kultur wie Musik, Theater, Tanz, Performance, bildende Kunst, Literatur, Film oder Fotografie fördert und jedes Jahr ein abwechslungsreiches Kulturprogramm mit monatlich stattfindenden Veranstaltungen organisiert. Als erste Gemeinde im Kanton Luzern führte Horw 1982 einen Förder- und Anerkennungspreis für lokale Kulturschaffende ein und übernahm damit eine Pionierrolle im Kanton. Die 2009 verstorbene Iris Reinert-Schätti setzte die Gemeinde als Erbin ein mit der Auflage, das stattliche Vermögen zur ausschliesslichen Bezahlung des jährlichen «Kulturbatzens» (heute «Kulturpreis» genannt) zu verwenden, bis das Vermögen aufgebraucht ist.

Ausstellungen statt Ortsmuseum

1992 führte in Horw das Renovationsvorhaben des Zollhauses im Winkel zur Einsetzung einer Arbeitsgruppe «Ortsmuseum», worauf der Gemeinderat als Alternative die regelmässige Durchführung von «Gemeindeausstellungen» über Geschichte, Brauchtum, Natur und Umwelt der Gemeinde anregte. 1994 gab der Einwohnerrat grünes Licht für diese Idee. Danach kam es in regelmässigen Abständen zur Durchführung von Gemeindeausstellungen und Performances, die vielfältigen Themen gewidmet waren: «Horwer Sumpf» (1996), «Der Barsch im Zeitenfluss» (1999/2000), «Horw im Spiel» (2004), «Kulturachse Horw» (2007), «Kulturprojekt Halbinsel» (2015/16) und «Volkskulturen im Dialog» (2019/20).

Identifikation mit Horw fördern

Da der Begriff «Gemeindeausstellung» oftmals zu Missverständnissen führte, weil damit häufig eine Gewerbeausstellung mit kommerzieller Ausrichtung assoziiert wurde, sprach sich die Kunst- und Kulturkommission 2014 für eine Namensänderung aus: Die «Gemeindeausstellungen» wurden durch die Bezeichnung «Horwer Kulturprojekt» abgelöst. Die Grundidee blieb weiterhin die Glei­che: Das Horwer Kulturprojekt soll anhand ausgewählter Bereiche (z. B. Wohnen, Arbeiten, Zusammenleben, Freizeit, Kultur) eine Auseinandersetzung mit dem Horwer Lebensraum und seiner Kultur ermöglichen und dazu beitragen, die Identifikation mit dem Lebensraum Horw zu fördern.

Benno Bühlmann, Programmverantwortlicher der Kunst- und Kulturkommission der Gemeinde Horw

Ausstellungsobjekte am Kulturprojekt «Kulturachse», das im Jahr 2007 in Horw stattgefunden hat
Der «Leuchtturm» diente als gut sichtbares Symbol des Kulturprojektes «Halbinsel», das 2015 lanciert wurde.