{"id":2502,"date":"2023-03-22T16:17:18","date_gmt":"2023-03-22T16:17:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/?page_id=2502"},"modified":"2023-04-28T13:35:51","modified_gmt":"2023-04-28T13:35:51","slug":"wirklich-wahr","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/das-buch\/wirklich-wahr\/","title":{"rendered":"Wirklich wahr?"},"content":{"rendered":"\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Schiffsungl\u00fcck: Die Trag\u00f6die am Haslihorn birgt einen Neuanfang<\/h2>\n\n\n\n<p><strong>1944 sind auf der H\u00f6he Haslihorn zwei Schiffe kollidiert. 20 Menschen sterben, 19 davon geh\u00f6rten zu einer Hochzeitsgesellschaft. Es ist das schwerste Schiffsungl\u00fcck der Schweiz. Die Katastrophe verhilft einer Familie mit Horwer Wurzeln und 11 Kindern zu einem Neustart.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Der 12. Oktober 1944 sollte ein freudiger Tag werden. Gottfried Studer und Pia Portmann waren mit ihrer Hochzeitsgesellschaft aus Escholzmatt nach Luzern gereist. In der Peterskapelle beim Schwanenplatz gaben sie sich das Ja-Wort. Die Feier fand im Hotel St. Niklausen statt. F\u00fcr die Hin- und R\u00fcckfahrt mietete die Gesellschaft das Motorboot \u00abSchwalbe\u00bb.<\/p>\n\n\n<div class=\"lightweight-accordion\"><details><summary class=\"lightweight-accordion-title\"><span>Weiterlesen<\/span><\/summary><div class=\"lightweight-accordion-body\">\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"723\" src=\"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe_2-1024x723.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2268\" srcset=\"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe_2-1024x723.jpg 1024w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe_2-300x212.jpg 300w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe_2-768x542.jpg 768w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe_2-1536x1084.jpg 1536w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe_2-800x565.jpg 800w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe_2.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die \u00abSchwalbe\u00bb vor der Hebung, nachdem das Boot zum Ufer geschleppt wurde (Staatsarchiv Luzern).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Feier im Hotel St. Niklausen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Fest begann mit einem Mittagessen, eine Kapelle spielte zum Tanz. Es trafen Telegramme mit Gl\u00fcckw\u00fcnschen ein, die der Br\u00e4utigam laut vorlas. Die Hochzeitsgesellschaft mit fast 40 Personen verbrachte den ganzen Nachmittag im Hotel St. Niklausen und wollte nach einem einfachen Abendessen mit der \u00abSchwalbe\u00bb zur\u00fcck nach Luzern, um den letzten Zug Richtung Entlebuch zu&nbsp; erreichen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>20 Menschen starben<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Es war bereits dunkel, als die Hochzeitsgesellschaft das Motorschiff \u00abSchwalbe\u00bb bestieg. Auf der H\u00f6he Haslihorn kam es um ca. 20.35 Uhr zum Ungl\u00fcck. Das Motorschiff stiess rund 70 Meter vom Ufer entfernt mit dem Nauen \u00abSchwalmis\u00bb zusammen. Die \u00abSchwalbe\u00bb begann sofort zu sinken. Die Leute in der Schiffskabine hatten keine Chance. Einige fielen ins Wasser und ertranken, weil sie nicht schwimmen konnten. Unter ihnen auch die 27 j\u00e4hrige Braut. Insgesamt starben 20 Menschen beim Ungl\u00fcck \u2013 19 Personen der Hochzeitsgesellschaft und der Bootsf\u00fchrer, der gleichzeitig der Besitzer der \u00abSchwalbe\u00bb war. 13 Personen wurden gerettet. Der Br\u00e4utigam \u00fcberlebte, ein Grossteil seiner Familie aber kam ums Leben. Es war das schwerste Schiffsungl\u00fcck der Schweiz. Bei der Trauerfeier in Escholzmatt war unter anderem Bundesrat Philipp Etter anwesend. <a href=\"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Schwalbe-4-scaled.jpg\"><\/a>Das Ungl\u00fcck wurde nachgestellt. Fahrrichtung des Nauens und des Motorboots unmittelbar vor dem Zusammenstoss (Staatsarchiv Luzern). <a href=\"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/IMG_8634-scaled.jpg\"><\/a>Heute verf\u00fcgt das Unternehmen \u00abCharles Bucher\u00bb beim Palace und beim Nationalquai \u00fcber einen Schiffssteg.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"709\" src=\"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe-4-1024x709.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2270\" srcset=\"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe-4-1024x709.jpg 1024w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe-4-300x208.jpg 300w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe-4-768x532.jpg 768w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe-4-1536x1064.jpg 1536w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe-4-800x554.jpg 800w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Schwalbe-4.jpg 2000w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Das Ungl\u00fcck wurde nachgestellt. Fahrrichtung des Nauens und des Motorboots unmittelbar vor dem Zusammenstoss (Staatsarchiv Luzern).<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Neuanfang f\u00fcr Familie Bucher<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Trag\u00f6die war f\u00fcr die Familie Bucher der Start in ein neues Leben. Charles Bucher war Luzerner und arbeitete als Chauffeur, seine Frau Hermine stammte aus Horw. Sie hatten 11 Kinder und lebten an der Voltastrasse in Luzern in einfachsten Verh\u00e4ltnissen. Der Erstgeborene Markus Bucher zu seiner Kindheit: \u00abWir hatten keinen Rappen und die Pfarrei St. Paul hat uns immer geholfen.\u00bb 2019 feierte Markus Bucher seinen 90. Geburtstag. Er wohnt bereits seit 35 Jahren in Horw. Als das Schiffsungl\u00fcck geschah, war er 15-j\u00e4hrig und in der Ausbildung zum Mechaniker.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Schiffsvermietung als Geschenk<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Die Erben des verungl\u00fcckten Bootsbesitzers verkauften die Schiffsvermietung an einen gewissen \u00abMotor-Wehrli\u00bb. Als neuer Besitzer interessierte er sich nur f\u00fcr das Bootshaus am Alpenquai, wo sich heute der Seeclub Luzern befindet. \u00abDie Schiffsvermietung wollte er nicht\u00bb, erz\u00e4hlt Markus Bucher. \u00abUnser Pfarrer erfuhr davon und schlug vor, dass man einer kinderreichen Familie etwas Gutes tun sollte. \u00bb So schenkte \u00abMotor-Wehrli\u00bb die Bootsvermietung der Familie Bucher. \u00abWir sind \u00fcber Nacht zu einem eigenen Gesch\u00e4ft gekommen. Das war Wahnsinn.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Nachts Schiffe reparieren<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Ungl\u00fccksschiff \u00abSchwalbe\u00bb konnte nicht mehr fahrt\u00fcchtig gemacht werden. Bug und Heck wurden abgetrennt und der Rumpf auf den Kopf gestellt. Das Wrack diente den Buchers k\u00fcnftig als Dach f\u00fcr das Materiallager. Die anderen geschenkten Schiffe waren&nbsp;Motorboote f\u00fcr 10 bis 20 Passagiere. Das bedeutete f\u00fcr Markus Bucher als \u00e4ltesten Sohn und seinen Vater Charles viel Arbeit. \u00abDie Schiffe waren in schlechtem Zustand. Wir haben sie selber revidiert, inklusive den Motoren.\u00bb F\u00fcr den Lehrling hiess das: tags\u00fcber in der Werkstatt arbeiten, nachts die Schiffe des neuen Familienunternehmens reparieren.<a href=\"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/Bucher_IMG_3451-scaled.jpg\"><\/a><\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00abCharles Bucher\u00bb nimmt Fahrt auf<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das Unternehmen \u00abCharles Bucher\u00bb nahm langsam Fahrt auf. Die Familie fuhr mit Gesellschaften \u00fcber den Vierwaldst\u00e4ttersee und baute selber Pedalos, die sie an Einheimische und Touristen vermietete. Die alten K\u00e4hne wurden bald abgestossen und neue Schiffe gekauft. \u00abIch hatte von Anfang an das Sagen und habe alles organisiert\u00bb, sagt Markus Bucher und erg\u00e4nzt nicht ohne Stolz. \u00abIch war es auch, der die Exkursionen erfunden hat.\u00bb Es sollte nicht das Einzige sein, das der Horwer anpackte. Er lancierte unter anderem das erfolgreiche \u00abNight-Boat\u00bb, f\u00fchrte eine Bootswerft und sorgte daf\u00fcr, dass der Titlis zum Ausflugsziel f\u00fcr Asiaten wurde. In den letzten 70 Jahren machte sich \u00abCharles Bucher\u00bb zu einem gefragten Anbieter von Bootsexkursionen auf dem Vierwaldst\u00e4ttersee. Heute wird das Unternehmen in dritter Generation gef\u00fchrt und verf\u00fcgt \u00fcber eine Flotte mit sieben Schiffen \u2013 von der MS TARAS mit 96 Sitzpl\u00e4tzen f\u00fcr Exkursionen bis zum Fahrschulschiff SILAS. Die Anf\u00e4nge mit der Katastrophe und die gl\u00fccklichen Umst\u00e4nde hat die Familie nicht vergessen. Die Dankbarkeit ist noch heute sp\u00fcrbar.<\/p>\n\n\n\n<p>Das Schweizer Fernsehen hat das Ungl\u00fcck 2020 in einer Doku-Drama-Reihe aufgearbeitet. Die Folge mit dem Titel &#8222;Bis dass der Tod euch scheidet&#8220; aus der Reihe &#8222;Es geschah am&#8230;&#8220; gibt es auf Play SRF zu sehen.<\/p>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.srf.ch\/play\/tv\/es-geschah-am---\/video\/bis-dass-der-tod-euch-scheidet?urn=urn:srf:video:10e9b32e-3359-4c5d-8c0a-ccb0aa0b2a77\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Zum Sendebeitrag &#8222;Bis dass der Tod euch scheidet&#8220; von SRF.<\/a> <\/p>\n\n<\/div><\/details><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Bank Brunner: Ein Bankier und Hochstapler als Nachbar<\/h2>\n\n\n\n<p>Die schillernde Person Ernst Brunner bezog Ende der 1960er-Jahre mit seiner sechsk\u00f6pfigen Familie die grosse Villa neben uns in Kastanienbaum. Niemand ahnte, dass unser Nachbar nicht nur Bankier und Direktor war, sondern auch ein Hochstapler und gewiefter Taktiker, ein Charmeur und Lebemann. Brunner hatte mit meinem Vater im Zweiten Weltkrieg Dienst geleistet. Seine Stieftochter Eva ging in die gleiche Klasse wie ich. Daher kam es \u00f6fters vor, dass der Butler von Brunners nach einem der zahlreichen Feste am Morgen bei uns klingelte. Mit weissen Handschuhen streckte er Silberplatten mit Br\u00f6tchen, Lachs und Kaviar entgegen \u2013 Reste des \u00fcppigen Buffets.<\/p>\n\n\n<div class=\"lightweight-accordion\"><details><summary class=\"lightweight-accordion-title\"><span>Weiterlesen<\/span><\/summary><div class=\"lightweight-accordion-body\">\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Mit Chauffeur zur Schule<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Eva wurde \u00f6fters mit dem riesigen Ford Lincoln Continental Coup\u00e9 zur Schule gefahren. Sobald ich h\u00f6rte, dass vor der Villa der Motor startete, packte ich meinen Schulthek und stand an den Strassenrand. Welch ein erhabenes Gef\u00fchl, wenn die Limousine neben mir hielt und ich mitfahren durfte! Auch die Hausaufgaben machte ich ab und zu mit Eva in der Villa. Unaufgefordert kam jeweils der Butler und fragte nach unseren W\u00fcnschen. Eine Cola war f\u00fcr mich das absolute Highlight. Das Parf\u00fcm, das die ganze Villa in eine Duftwolke h\u00fcllte, rieche ich noch heute. Am 30. Juni 1967 feierte Ernst Brunner seinen 50.\u2009Geburtstag mit einem dreit\u00e4gigen Fest. In der Einladung stand auch: \u00abF\u00fcr Garderobe, Unf\u00e4lle, Bierleichen, St\u00fcrze (auch in den See) wird nicht gehaftet.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1005\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-1-1005x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2265\" srcset=\"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-1-1005x1024.jpg 1005w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-1-295x300.jpg 295w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-1-768x782.jpg 768w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-1-1508x1536.jpg 1508w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-1-800x815.jpg 800w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-1-50x52.jpg 50w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-1.jpg 1767w\" sizes=\"auto, (max-width: 1005px) 100vw, 1005px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Am Tag der Versteigerung der Villa \u00abAnna-Maria\u00bb kam es zu einem Verkehrskollaps in Kastanienbaum.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"983\" src=\"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-1024x983.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-2264\" srcset=\"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-1024x983.jpg 1024w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-300x288.jpg 300w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-768x737.jpg 768w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-1536x1474.jpg 1536w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan-800x768.jpg 800w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/03\/Scan.jpg 1876w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Am Tag der Versteigerung der Villa \u00abAnna-Maria\u00bb standen die  Schaulustigen Schlange vor der Villa.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Selbstmord in der Villa Anna-Maria<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Am Abend des 7. Dezembers 1970 war der Traum des Finanzjongleurs ausgetr\u00e4umt. Am 9. Dezember war eine Sonderrevision bei der Bank Brunner angek\u00fcndigt. Brunner wusste, dass er diese Revision nicht heil \u00fcberstehen w\u00fcrde. So veranstaltete er am 7. Dezember in seiner Villa nochmals ein rauschendes Fest mit dem Ensemble des Stadttheaters Luzern. Zu sp\u00e4ter Stunde schloss er sich in seine Bibliothek ein und schluckte eine Kapsel Cyanid, die zum sofortigen Tod f\u00fchrte. Elf Tage nach Brunners Tod ersuchte die Bank um Nachlassstundung. Mitte 1971 wurde der Konkurs er\u00f6ffnet. Zur\u00fcck blieben ein Schuldenberg von 12,5 Mio. Franken und viele ratlose Gesichter. Der Erl\u00f6s aus der Versteigerung von Hab und Gut der Villa Anna-Maria im Februar 1972 half wenig zur Tilgung der Schulden. Die Schaulustigen standen Schlange vor der Villa, um ein Andenken vom Lebemann, Verf\u00fchrer und Bankier zu erstehen.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ruedi Zurfl\u00fch, Kastanienbaum<br><\/em><\/p>\n\n<\/div><\/details><\/div>\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Villa Stutz: Spionageb\u00fcro im zweiten Weltkrieg<\/h2>\n\n\n\n<p>Die Villa Stutz in St. Niklausen spielte im Zweiten Weltkrieg eine zentrale Rolle. Dort liefen Informationen \u00fcber die milit\u00e4rischen Entwicklungen aus ganz Europa zusammen. Dahinter steckte der Fotograf und Nachrichtendienst-Offizier Hans Hausamann. Bereits in den 1930er-Jahren hatte er einen Pressedienst aufgebaut, um f\u00fcr eine widerstandsf\u00e4hige Schweiz zu werben.<\/p>\n\n\n<div class=\"lightweight-accordion\"><details><summary class=\"lightweight-accordion-title\"><span>Weiterlesen<\/span><\/summary><div class=\"lightweight-accordion-body\">\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Aufr\u00fcsten reichte nicht<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Hausamann hatte sich intensiv mit der Landesverteidigung und Wehrpolitik der Schweiz befasst. Durch seine Kontakte ins Ausland erkannte er die Gefahr. Nach der Machtergreifung Hitlers forderte er, dass die Schweiz aufr\u00fcste und die Grenzen verst\u00e4rke. Er schrieb Artikel und mobilisierte das Parlament. \u00abSehr rasch aber erkannte ich, dass dies alles nicht ausreichend, nicht abschreckend genug sein w\u00fcrde, um unser Land gegen einen \u00dcberfall zu sch\u00fctzen.\u00bb Hausamann setzte auf Informationen: \u00abDas naheliegendste Mittel war, in Erfahrung zu bringen, wie die F\u00fchrung des Dritten Reichs denkt, was sie erw\u00e4gt, beschliesst, tut.\u00bb<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Netz mit 80 Agenten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large is-style-default\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"646\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/villa_stutz_r_reinhard-646x1024.jpg\" alt=\"Historische Aufnahme der Villa Stutz aus der Publikation\nvon Raphael Reinhard\n\" class=\"wp-image-3436\" srcset=\"https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/villa_stutz_r_reinhard-646x1024.jpg 646w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/villa_stutz_r_reinhard-189x300.jpg 189w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/villa_stutz_r_reinhard-768x1218.jpg 768w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/villa_stutz_r_reinhard-800x1268.jpg 800w, https:\/\/www.horwimwandel.ch\/cms\/wp-content\/uploads\/2023\/04\/villa_stutz_r_reinhard.jpg 883w\" sizes=\"auto, (max-width: 646px) 100vw, 646px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Historische Aufnahme der Villa Stutz aus der Publikation\nvon Raphael Reinhard \u00abHorw in Wort und Bild, 1882-1912\u00bb.\n<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Hausamann baute auf eigene Kosten ein Spionagenetz mit rund 80 Agenten auf und gr\u00fcndete das \u00abB\u00fcro Ha\u00bb, Deckname \u00abPilatus\u00bb. Damit beschaffte er w\u00e4hrend des Zweiten Weltkrieges Nachrichten \u00fcber die milit\u00e4rische Entwicklung in Europa \u2013 erst auf eigene Faust, sp\u00e4ter in offiziellem Auftrag. Bis 1945 trug er rund 30&#8217;000 Informationen zusammen, so auch \u00fcber die gr\u00f6sste je stattgefundene Panzerschlacht Hitlers 1943 gegen die Rote Armee bei Kursk.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>\u00abB\u00fcro Ha\u00bb in St. Niklausen<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Das \u00abB\u00fcro Ha\u00bb befand sich in seiner Villa Stutz in St. Niklausen nahe an der Stadtgrenze zu Luzern. Das Hauptgeb\u00e4ude wurde 1632 erstellt. Interessant dabei ist, dass Geschichtsb\u00fccher vom \u00abB\u00fcro Ha in der Villa Stutz in Kastanienbaum\u00bb sprechen, obwohl die Villa Stutz immer in St.\u2009Niklausen lag. Zeitzeugen erz\u00e4hlten jedoch, dass sich auch im Hotel Kastanienbaum ein Zweig des \u00abB\u00fcro Ha\u00bb befand. Am Tag des Waffenstillstands stellte Hausamann seine nachrichtendienstliche T\u00e4tigkeit ein und liquidierte sein B\u00fcro. In den 1990er-Jahren wurde die Villa Stutz zum Mehrfamilienhaus umgebaut. Zur Anlage geh\u00f6rten eine Kapelle von 1641 (die heute auf dem Nachbargrundst\u00fcck steht) und ein Garten-Pavillon von 1650, der unter Denkmalschutz steht.<\/p>\n\n\n\n<p><em>Ruedi Zurfl\u00fch, Kastanienbaum<\/em><br><\/p>\n\n<\/div><\/details><\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schiffsungl\u00fcck: Die Trag\u00f6die am Haslihorn birgt einen Neuanfang 1944 sind auf der H\u00f6he Haslihorn zwei Schiffe kollidiert. 20 Menschen sterben, 19 davon geh\u00f6rten zu einer Hochzeitsgesellschaft. Es ist das schwerste Schiffsungl\u00fcck der Schweiz. Die Katastrophe verhilft einer Familie mit Horwer Wurzeln und 11 Kindern zu einem Neustart. Der 12. Oktober 1944 sollte ein freudiger Tag werden. Gottfried Studer und Pia Portmann waren mit ihrer Hochzeitsgesellschaft aus Escholzmatt nach Luzern gereist. In der Peterskapelle beim Schwanenplatz gaben sie sich das Ja-Wort. Die Feier fand im Hotel St. Niklausen statt. F\u00fcr die Hin- und R\u00fcckfahrt mietete die Gesellschaft das Motorboot \u00abSchwalbe\u00bb. Bank Brunner: Ein Bankier und Hochstapler als Nachbar Die schillernde Person Ernst Brunner bezog Ende der 1960er-Jahre mit seiner sechsk\u00f6pfigen Familie die grosse Villa neben uns in Kastanienbaum. Niemand ahnte, dass unser Nachbar nicht nur Bankier und Direktor war, sondern auch ein Hochstapler und gewiefter Taktiker, ein Charmeur und Lebemann. Brunner hatte mit meinem Vater im Zweiten Weltkrieg Dienst geleistet. Seine Stieftochter Eva ging in die gleiche Klasse wie ich. Daher kam es \u00f6fters vor, dass der Butler von Brunners nach einem der zahlreichen Feste am Morgen bei uns klingelte. Mit weissen Handschuhen streckte er Silberplatten mit Br\u00f6tchen, Lachs und Kaviar entgegen \u2013 Reste des \u00fcppigen Buffets. Villa Stutz: Spionageb\u00fcro im zweiten Weltkrieg Die Villa Stutz in St. Niklausen spielte im Zweiten Weltkrieg eine zentrale Rolle. Dort liefen Informationen \u00fcber die milit\u00e4rischen Entwicklungen aus ganz Europa zusammen. Dahinter steckte der Fotograf und Nachrichtendienst-Offizier Hans Hausamann. 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